Ankunft Baracke 50

Ich betrete den Raum. In dem fahlen Licht einer Glühbirne, die über mir baumelt, erkenne ich dreistöckige Pritschen, von denen kahl geschorene Schädel, eingefallene Gesichter mit aufgerissenen Augen auf mich hinunter starren – gespenstige Köpfe dicht an dicht auf drei Etagen. 

Irgendwer führt mich zu meinem Platz auf der Pritsche ganz am Ende, zur Stirnseite der Baracke. Ich klettere in die dritte Etage. Einer, er will wohl seinen Endplatz behalten, rückt nach rechts, der neben ihm nach links. Ich quetsche mich dazwischen. Kahle Holzbretter liegen quer; die Zwischenräume dazwischen - 10 bis 20 cm – verhindern, dass ich auf einer glatten Fläche schlafen werde. Es gibt keine Matratze, keinen Strohsack, nur die kahlen Kieferbretter.

Ich lege mich hin, so wie ich bin. Mein Nachbar zur Linken schiebt ein Stück seines Mantels über mich. Auch die lange Reihe auf der oberen Pritsche macht sich nun zum Schlafen bereit. Alle legen sich auf die rechte Seite, rutschen dicht aneinander. Einige haben Mäntel über die Bretter gelegt, andere haben Decken, die sie mit ihren Nachbarn teilen. Auch mein Nachbar zur Rechten legt sich hin, drückt seinen Körper an meinen und deckt ein Stück seines Mantels über mich. Langsam kehrt etwas Wärme in meinen Körper zurück.

In der Nacht werde ich mehrfach wach. Wenn sich einer in der langen Reihe bis zu sechzig Männern dreht, muss sich die ganz Kolonne der Schlafenden mitdrehen. Die Enge erzwingt es, und nur so kann auch die körperliche Wärmeversorgung funktionieren (A07). (Bei Liebenden nennt man das wohl „Löffelchen“).